BERLIN (dpa-AFX) – Der japanische Elektronikkonzern Sony will sein verlustreiches TV-Geschäft nicht aufgeben. ‘Sony ohne Fernseher wird es nicht geben’, sagte der künftige Konzernchef Kazuo Hirai der ‘Welt am Sonntag’. Hirai wird ab Anfang April Sony -Chef Sir Howard Stringer an der Spitze des Unternehmens ablösen. Der Fernseher sei für viele Menschen das Zentrum des Entertainments zu Hause. ‘Somit ist der Fernseher ein wichtiges Produkt, das es uns ermöglicht, im Umfeld des Verbrauchers vertreten zu sein’, sagte Hirai. Allerdings müsse das Geschäft wieder profitabel werden. Das ginge nur, indem Sony die Kosten reduzieren und ‘großartige Produkte’ bauen. Bei seinem Smartphone-Geschäft werde Sony weiterhin den Fokus auf das Android-Betriebssystem von Google legen. ‘Aber wir sind offen auch für andere Plattformen’, sagte Hirai. Sogar ein eigenes Betriebssystem hält der künftige Sony -Chef für möglich. Sony steckt tief in den roten Zahlen fest. Der japanische Elektronikriese rechnet für das im März auslaufende Geschäftsjahr mit einem Verlust von 220 Milliarden Yen (2,2 Mrd Euro), wie der Konzern Anfang Februar bekanntgegeben hatte. Es wird das vierte Verlustjahr in Folge. Der künftige Chef Hirai soll nun den einstigen Vorzeigekonzern aus der Krise führen. Sony führte die schlechteren Zahlen auf die Folgen der Flutkatastrophe in Thailand, die verschlechterten Marktbedingungen in entwickelten Ländern sowie den gegenüber dem Euro rasant gestiegenen Yen zurück. Große Probleme bereitet Sony zudem das Geschäft mit Fernsehern, bei denen es einen Nachfragerückgang und starken Preisdruck gibt./yyzz/DP/stk
Archive for March 10th, 2012
Sony will TV-Geschäft trotz Verlusten nicht aufgeben (10. März 2012, 16:26 Uhr)
Presse: Personalien sorgen für Ärger im Deutsche-Bank-Aufsichtsrat (10. März 2012, 17:19 Uhr)
FRANKFURT/MAIN (dpa-AFX) – Die Pläne für einen umfangreichen Umbau in der Führungsetage der Deutschen Bank stoßen einem Zeitungsbericht zufolge auf Kritik bei Konzernbetriebsratschef Alfred Herling. Der Arbeitnehmervertreter, der auch Mitglied im vierköpfigen Präsidium des Aufsichtsrats der Bank ist, fordert noch vor der für den 16. März anberaumten Sitzung des Kontrollgremiums Aufklärung vom künftigen Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen, schreibt die Wirtschaftszeitung ‘Euro am Sonntag’ mit Bezug auf Aufsichtsratskreise. ‘Wir gehen davon aus, dass es noch im Vorfeld der nächsten Sitzung des Kontrollgremiums zu Gesprächen mit den Verantwortlichen kommt, sonst werden wir in eine schwierige Situation kommen’, zitiert das Blatt aus den Kreisen. Die Kritik beziehe sich unter anderem auf den Plan, die Position des Arbeitsdirektors mit dem Investmentbanker Stephan Leithner zu besetzen. Der Chef des größten deutschen Kreditinstituts, Josef Ackermann, verlässt die Deutsche Bank offiziell erst am 31. Mai, doch seine Macht schwindet anscheinend schneller als erwartet. Mitte der Woche waren nach einer Präsidiumssitzung Pläne des künftigen Führungsduos durchgesickert. Danach soll Risikovorstand Hugo Bänziger – der als ein Kandidat für die Ackermann-Nachfolge galt – angeblich ebenso gehen wie Personal- und IT-Vorstand Hermann-Josef Lamberti. Im Gegenzug stehen drei Manager auf dem Sprung in den Vorstand, die dem Vernehmen nach dem künftigen Führungsduo nahe stehen: Für Personal, Recht und das Europageschäft soll der Investmentbanker Leithner zuständig sein, als Nachfolger Lambertis ist angeblich der Jain-Vertraute Henry Ritchotte vorgesehen, neuer Risikochef soll der Amerikaner William Broeksmit (Spitzname ‘Dr. No’) werden. Man habe nicht damit gerechnet, dass sich das Personalkarussell in einer solchen Weise drehen werde und sei von den Plänen völlig überrascht worden, zitierte ‘Euro am Sonntag’ Aufsichtsratskreise. Insbesondere wolle man wissen, inwieweit der künftige Co-Chef Jain mit den Plänen seine eigenen Vorstellungen durchgesetzt habe. Ferner gehe es um die Frage, warum die Position des Arbeitsdirektors mit dem Investmentbanker Leithner besetzt werden solle. Zudem wolle man wissen, ob das von Ackermann eingeschlagene Konzept einer Balance zwischen der Investmentbanking-Sparte und dem klassischen Bankgeschäft weiter fortgeführt werde./jes/DP/stk
Ehemaliger Bundesbank-Präsident kritisiert EZB-Geldflut (10. März 2012, 20:04 Uhr)
BERLIN (dpa-AFX) – Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hat für Kritik gesorgt. Die EZB bringe leichtfertig Notenbankgeld in Umlauf und riskiere mit ihrer Geldschwemme eine Inflation, sagte der frühere Bundesbank-Präsident Helmut Schlesinger der ‘Welt am Sonntag’. ‘Die EZB betreibt nun Liquiditätspolitik in einem Ausmaß, für das es in Friedenszeiten keine historischen Erfahrungen gibt.’ Auch Unionsfraktionschef Volker Kauder äußerte Kritik. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte im Kampf gegen eine Kreditklemme die Märkte Ende Februar erneut mit extrem billigem Geld geflutet. Die von der Schuldenkrise gebeutelten Banken liehen sich die Rekordsumme von 529,5 Milliarden Euro für den außergewöhnlich langen Zeitraum von bis zu drei Jahren. Beim ersten Geschäft dieser Art kurz vor Weihnachten hatten sich Geschäftsbanken 489,2 Milliarden Euro für drei Jahre von der Zentralbank geborgt. Beide Geschäfte wurden zum Festzins von 1,0 Prozent abgewickelt. Schlesinger sagte, die Notenbankbilanz habe sich innerhalb kurzer Zeit von einer auf drei Billionen Euro verdreifacht. ‘Das sind Dimensionen, die eher an die Kriegsfinanzierung erinnern. Damals hat sich die Bilanzsumme verzehnfacht.’ Er kritisierte vor allem die allzu großzügige Haltung der EZB gegenüber den Geschäftsbanken. ‘Die Banken werden mit Geld regelrecht überschüttet und können sich sehr wohlfühlen.’ Unionsfraktionschef Kauder sagte der ‘WirtschaftsWoche’, er sehe die Ausgabe von über einer Billion Euro an Banken mit ‘gemischten Gefühlen’. Sobald der dauerhafte Euro-Rettungsfonds ESM im Laufe des Jahres in Kraft getreten sei, sollte die EZB ihre Liquiditätshilfen und zinsgünstigen Kredite an die Banken reduzieren, um das Inflationsrisiko wieder zu verringern. ‘Ich hoffe, die EZB erkennt ihre Grenzen und sammelt das Geld später auch wieder zügig ein. Wenn der ESM arbeitsfähig ist, werden viele EZB-Maßnahmen nicht mehr nötig sein’, sagte Kauder. ‘Dann kann und muss sich die EZB wieder auf ihre Aufgabe als geldpolitischer Stabilitätsanker konzentrieren.’ Die Gefahr, dass die Eurozone in eine Inflation rutscht, sieht Kauder allerdings nicht. ‘Wenn sich die Euro- und Bankenkrise entspannt, dürfte die EZB die Geldmenge wieder kontrolliert zurücknehmen. Inflationstreiber sind für mich eher Energie und Rohstoffe.’/yyzz/DP/stk
ROUNDUP/Nach Schuldenschnitt: Griechische Wirtschaft soll angekurbelt werden (10. März 2012, 16:19 Uhr)
ATHEN/WASHINGTON (dpa-AFX) – Das krisengeschüttelte Griechenland richtet nach dem historischen Schuldenschnitt den Blick nach vorn. Die EU und die Regierung in Athen suchen nach Maßnahmen, um die Wirtschaft anzukurbeln, die in einer tiefen Rezession steckt. Die ‘Task Force’ der EU für Griechenland will kommende Woche konkrete Vorschläge vorlegen. Ihr Chef Horst Reichenbach werde am Montag in Athen sein, gab die griechische Regierung am Samstag bekannt. Am Donnerstag will er dann seinen Bericht vorlegen. Es gehe zunächst um Investitionspläne aus EU-Fonds in Höhe von mehr als zehn Milliarden Euro, hieß es aus Kreisen des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung. Gleichzeitig aber wird damit gerechnet, dass die ‘Task Force’ auch weitere Kürzungen und Reformen in allen Bereichen des Staates vorschlagen wird. Mit diesen neuen Maßnahmen sollen bis 2014 weitere zehn Milliarden Euro gespart werden. Ministerin Anna Diamantopoulou hatte am Vorabend um die Übermittlung der Daten der deutschen Unternehmen gebeten, die in Griechenland investieren wollen und nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) auf Hindernisse gestoßen sind. Der FDP-Chef forderte unterdessen von der griechischen Regierung mehr Engagement für wirtschaftliches Wachstum im Land. Griechenland müsse alles dafür tun, sagte Rösler am Samstag auf einem FDP-Landesparteitag im niedersächsischen Hameln. Der Schuldenschnitt sei eine wichtige Station auf dem Weg aus der Krise gewesen. ‘Aber die Arbeit fängt jetzt erst an.’ Denn jetzt gehe es um Wachstum in Griechenland. Bislang würden dafür jedoch noch viele Dinge fehlen. Unternehmer – etwa aus Deutschland – seien ‘ernüchtert, da es nicht nur an Investitionsmöglichkeiten fehle, sondern auch an klaren Signalen für die Wirtschaft. Zudem gebe es zu viel Verwaltung.EINBRUCH DER GRIECHISCHEN WIRTSCHAFT Die griechische Wirtschaft war 2011 um den Rekordwert von 6,95 Prozent eingebrochen. Reichenbachs Arbeitsgruppe solle den griechischen Behörden Wege und Methoden zeigen, Wachstum zu fördern und Arbeitslosigkeit zu verringern, hieß es. Die ‘Task Force’ solle erklären, wie man schneller an Geld aus milliardenschweren EU-Fördertöpfen kommt. Zudem sollen die Experten die Griechen bei der Privatisierung staatlicher Unternehmen und Ländereien beraten. Griechenland hatte sich mit der größten Staatsumschuldung aller Zeiten Luft im Dauerkampf gegen die Pleite verschafft. Nach bangen Monaten mit langwierigen Verhandlungen gab das Finanzministerium am Freitag eine hohe Beteiligung an dem Forderungsverzicht privater Gläubiger bekannt. Um gewaltige 105 Milliarden Euro soll sich der Schuldenberg im Endeffekt verringern.KREDITAUSFALLVERSICHERUNGEN Weil Athen aber nicht ganz ohne Zwang auskommt, werden nun die schwer berechenbaren Kreditausfallversicherungen fällig. Der Branchenverband ISDA hatte die Maßnahmen Athens am Freitagabend als Zahlungsausfall bewertet: Damit werden die umstrittenen Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps/CDS) ausgelöst, mit denen sich bestimmte Halter von griechischen Staatsanleihen abgesichert haben. Die Entscheidung der in London ansässigen International Swaps and Derivatives Association (ISDA) ist von großer Bedeutung, weil die Kreditausfallversicherungen die letzte große Finanzkrise noch verstärkt hatten, denn mit diesen CDS-Titeln wird auch gezielt spekuliert. Im Fall Griechenland haben Experten jedoch bereits weitgehend Entwarnung geben: Schätzungen zufolge geht es bei diesem Markt um ein Bruttovolumen von rund 70 Milliarden US-Dollar. Da aber viele Investoren zugleich Käufer und Verkäufer von CDS sind, blieben unterm Strich bloß etwas mehr als 3 Milliarden US-Dollar.HISTORISCHER MOMENT – IWF Der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos hatte den Schuldenschnitt am Freitagabend als historischen Moment für Griechenland bezeichnet. Die Bemühungen der Griechen dürften nun aber nicht nachlassen, sagte Papademos in einer Fernsehansprache. Den Griechen stünden noch schwierige Zeiten bevor. Es gebe nun aber Hoffnung, aus dieser schlimmsten Krise der Nachkriegszeit herauszukommen. Die Euro-Finanzminister hatten noch am Freitag einen Teil des neuen 130-Milliarden-Hilfspakets freigegeben. Bei einer Telefonkonferenz einigten sich die Kassenhüter darauf, dass 30 Milliarden Euro zur Unterstützung des Schuldenschnitts plus 5,5 Milliarden Euro für die Begleichung aufgelaufener Zinsen nun bereit stehen. Endgültig wollen die Finanzminister das zweite Hilfspaket am Montag freigeben. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) soll sich nach dem Willen seiner Chefin Christine Lagarde mit rund 28 Milliarden Euro an dem neuen Hilfspaket beteiligen. Diesen Betrag werde sie dem Exekutivrat vorschlagen, sagte die Geschäftsführende Direktorin am Freitag in Washington. Der IWF-Anteil solle ‘Griechenlands ehrgeiziges ökonomisches Programm über die nächsten vier Jahre unterstützen’./tt/mcm/had/DP/stk
ots.CorporateNews: Roland Berger Strategy Consultants / Frühjahrsprognose von Roland Berger … (10. März 2012, 10:01 Uhr)
Frühjahrsprognose von Roland Berger Strategy Consultants für diedeutsche Wirtschaft: erneut optimistischer Ausblick München (ots) – – Nach 2010 und 2011 sind in Deutschland auch 2012 bis zu 3 Prozent Wirtschaftswachstum möglich – EU kann 2012 insgesamt um 1 Prozent wachsen, die Weltwirtschaft um 3,5 bis 4 Prozent – Europa wird die Schuldenkrise lösen – Deutschland braucht eine Agenda 2020 Nachdem die deutsche Wirtschaft 2010 und 2011 um jeweils 3 Prozentgewachsen ist, sieht sich Roland Berger Strategy Consultants in der positiven Prognose bestätigt und hält auch 2012 ein Wachstum von bis zu 3 Prozent für möglich. Mit ihrem Konjunkturszenario sieht die Strategieberatung erneut deutlich optimistischer in die Zukunft als viele Institute. ‘In unseren Prognosen haben wir stets auf die innere Stärke der Realwirtschaft gesetzt’, sagt Prof. Dr. Burkhard Schwenker, Aufsichtsratsvorsitzender von Roland Berger Strategy Consultants. ‘Und wir bleiben weiterhin optimistisch.’ Bereits 2011 und 2010 hat Roland Berger mit der Prognose richtig gelegen. Für die Vorhersage künftiger Wirtschaftsentwicklungen nutzt Roland Berger die Szenario-Technik, die sich auch auf Fakten aus der Realwirtschaft stützt. ‘Ich bin der Überzeugung, dass sich die Wachstumsstärke einer Volkswirtschaft an ihren Unternehmen zeigt’, sagt Schwenker. ‘Wir haben in Deutschland einen guten Mix aus großen Konzernen und mittelständischen Unternehmen. Viele davon sind Weltmarktführer.’ Außerdem seien die deutschen Unternehmen gut geführt, agierten flexibel und dezentral, so Schwenker weiter. ‘Sie folgen einem europäischen Führungsstil, der dem amerikanischen überlegen ist, unter anderem, weil er auf langfristigen Erfolg statt auf den schnellen Shareholder Value setzt.’ Industrielle Kompetenz zählt Die Prognose von Roland Berger setzt auf nachhaltiges Wachstum. Die dafür erforderliche industrielle Kompetenz sei bereits vorhanden.Deutschland verfügt über intelligente Produktionssysteme, ist weit fortgeschritten in Automatisierung, Green Tech und Energieeffizienz. Die Wirtschaft bildet einen intelligenten Querschnitt aus Maschinenbau, Anlagenbau, Elektrotechnik und hochwertigen technischenDienstleistungen. ‘Und deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir auchin Zukunft ganz erhebliche Wachstumspotenziale haben werden’, sagt Schwenker. Die industrielle Kompetenz lässt sich jedoch nur dann in Wachstum umsetzen, wenn die Binnenkonjunktur intakt ist und die Märkte offen und flexibel sind. Die Voraussetzungen dafür sind gut: Die Exporte haben 2011 die Eine-Billion-Euro-Marke übersprungen, die Arbeitslosenquote lag im Januar bei nur 7,3 Prozent, die wichtigsten Stimmungsindikatoren sind auf hohem Niveau, die Inflation ist mit nur2,1 Prozent im Januar überschaubar. ‘Alle Krisen und Katastrophen, die wir 2011 erleben mussten – die Schuldenkrise, die Börsenturbulenzen, Fukushima und der Atomausstieg – haben der Stabilität unserer Wirtschaft nichts anhaben können. Auch das ist bemerkenswert und ein Grund mehr, mit Optimismus in das Jahr zu gehen’, ist Schwenker überzeugt. Gute Chancen für deutsche Unternehmen in den Exportmärkten Auch der Blick auf die wichtigsten deutschen Exportmärkte fällt positiv aus. In den USA ist die Arbeitslosigkeit im Dezember auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gefallen, die Re-Industrialisierung geht voran. Auch in China stehen die Zeichen auf weiteres Wirtschaftswachstum. Und auch aus den übrigen BRIC-Staaten kommen positive Signale: Russlands WTO-Beitritt verbessert die Chancen auf diesem für deutsche Export-Unternehmen wichtigen Markt. Brasilien investiert in Infrastruktur und Technik – verstärkt durch die anstehende Fußball-WM und die olympischen Spiele -, was für deutsche Unternehmen positive Impulse schaffen wird. Und Indien, das im letzten Jahr schon schneller gewachsen ist als von vielen vorhergesagt – immerhin mit 7,6 Prozent – wird auch 2012 mit gut 7 Prozent wachsen. Da die Verflechtungen mit Deutschland enger werden, wird auch das zum deutschen Wachstum beitragen. Europa wird die Schuldenkrise lösen In ihrer Prognose gehen die Roland Berger-Experten davon aus, dassdas makroökonomische Umfeld stabil bleiben wird: Demnach wird es keine Kreditklemme, keinen neuen Protektionismus und auch keine explodierenden Rohstoffpreise geben. Zudem unterstellt das Szenario von Roland Berger, dass es gelingt,die europäische Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Einige Faktensprechen dafür: Die Rettungsschirme EFSF und ESM werden wohl Mitte des Jahres voll wirksam werden; mit der Überleitung zum ESM gibt es eine Chance auf eine echte Insolvenzordnung für europäische Staaten. ‘Für mich ist eine unabhängige Institution, die solche Prozesse leitet und auch Sanktionen einleiten kann, immer noch der wichtigste Schritt zur Stabilität’, erklärt Schwenker. ‘Wir sehen zumindest einen Einstieg in eine europäische Wirtschaftsregierung, die im Weiteren auch steuer- und fiskalpolitische Kompetenzen haben wird. Jedenfalls ist es heute, anders als noch vor ein paar Monaten, nicht mehr politisch unkorrekt, über eine vertiefte europäische Integrationzu sprechen. Das ist vielleicht der wichtigste Fortschritt.’ Zentrale Ergebnisse des aktuellen Roland Berger-Konjunkturszenarios: Die USA legen an Dynamik zu Wegen der Trendwende am Arbeitsmarkt und der voranschreitenden Re-Industriealisierung ist ein Wachstum von 2,5 Prozent möglich. BRIC-Staaten entwickeln sich ebenfalls positiv China wird mit der Fortsetzung des bestehenden Fünfjahresplans undder damit einhergehenden Modernisierung seiner Wirtschaft um mindestens 8 Prozent wachsen. Indien wird um 7 Prozent wachsen, Brasilien um 4 Prozent, auch Russland sollte nach dem WTO-Beitritt eine Wachstumsrate von 4 Prozent erreichen. Die Prognosen für die restlichen Länder decken sich mit denen des IWF: Japan kann 2 ProzentBIP-Wachstum erreichen, die ASEAN-Staaten 5 Prozent, Lateinamerika 4 Prozent, Nordafrika und die Golfstaaten 3 Prozent sowie das restlicheAfrika 5 Prozent. Wirtschaftsentwicklung in Europa Während sich die gute Deutschland-Prognose auf die hohe industrielle Kompetenz der Unternehmen stützt, zeigt sich in den anderen europäischen Staaten ein heterogenes Bild. Entscheidend für Europas Wachstum wird Frankreich sein. Hier hält die Prognose 0,5 bis0,75 Prozent BIP-Wachstum für möglich. Griechenlands Wirtschaftsleistung wird dagegen signifikant schrumpfen, ebenso Portugal um bis zu 3 Prozent. In Italien sollte es dank des von MarioMonti vorangetriebenen Programms und der industriellen Kompetenz im Norden des Landes gelingen, das negative Wachstum auf 1 Prozent zu begrenzen. Auch Spanien hat mit den jetzt eingeleiteten Arbeitsmarktreformen die Chance, nur um 0,4 Prozent zu schrumpfen. Die Nord-und Osteuropäer können optimistischer in die Zukunft blicken. Sie werden um 2 Prozent und mehr wachsen. In den baltischen Staaten sind 2,5 bis 3 Prozent möglich, auch Polen könnte mit seiner industriellen Kompetenz auf 3 Prozent Wachstum kommen. Aus Großbritannien kommen dagegen mit 0,5 Prozent nur schwache Wachstumsimpulse. Insgesamt kann die EU im Jahr 2012 nach der Prognose von Roland Berger ein Wachstum von 1 Prozent erreichen – das ist wesentlich mehr, als IWF oder Consensus vorhersagen und setzt voraus, dass Deutschlands Wirtschaft entsprechend den Erwartungen der Strategen wächst. Für die Weltwirtschaft erwarten die Roland Berger-Experten eine Wachstumsrate von 3,5 bis 4 Prozent. Diese Schätzung liegt gut ein halbes Prozent über den Erwartungen der meisten Prognose-Institute. Deutschland braucht eine Agenda 2020 Trotz der insgesamt sehr guten Prognose für Deutschland sehen die Experten von Roland Berger die Möglichkeit, dass das 3 Prozent-Wachstumstempo der letzten Jahre enden wird. Unter anderem laufen die Aufholeffekte nach der Weltwirtschaftskrise aus. Und auch die positive Wirkung der Agenda-2010-Reformen schwächt sich allmählich ab. Von deren grundlegenden Weichenstellungen in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik profitiert Deutschland noch heute, aber der Wachstumsstimulus ist weitgehend aufgebraucht. ‘Deutschland braucht eine Agenda 2020′, fordert daher Schwenker. ‘Genauso wie die EU jetzt neue Wachstumsinitiativen zur Revitalisierung des Binnenmarktes starten muss, geht es in Deutschland darum, rechtzeitigneue Potenziale für die Wirtschaft aufzubauen.’ Die zentralen Punkte einer solchen Agenda müssten mehr Wachstum sowie Bildung und Zukunftsbranchen sein. ‘Gelingen kann eine Agenda 2020, wenn Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten und auch andere Akteure wie die Wissenschaft eingebunden werden’, ist Burkhard Schwenker überzeugt. ‘Schon heute entstehen viele innovative Lösungen in den Bereichen Bildung, Forschung und Entwicklung an den Schnittstellen von Staat, Wirtschaft und drittem Sektor.’ Diese für deutsche Unternehmen nutzbar zu machen, müsse das Ziel einer solchen Agenda sein. Mit der industriellen Kompetenz und dem dualen Ausbildungssystem habe Deutschland die besten Voraussetzungen. ‘Jetzt kommt es darauf an, beide Bereiche mit kluger Politik und richtigen Rahmenbedingungen so zu unterstützen, dass wir die Dynamik der letzten Jahre nicht verlieren und an den 3 Prozent-Wachstumspfad anknüpfen können.’ Das Szenario-Update ist in der Reihe ‘Thoughts’ der Roland Berger School of Strategy and Economics erschienen. Sie können es kostenfreiherunterladen unter: www.rolandberger.com/pressreleases oder www.rolandberger.com/rbse Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter unter: www.rolandberger.com/press-newsletter Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 2500 Mitarbeitern und 47 Büros in 35 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarktaktiv. Die Strategieberatung ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 220 Partnern.Originaltext: Roland Berger Strategy ConsultantsDigitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/32053Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_32053.rss2Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:Susanne HorstmannTel.: +49 89 9230-8483E-Mail: press@de.rolandberger.comwww.rolandberger.com
Siemens-Chef warnt vor Scheitern der Energiewende durch Proteste (10. März 2012, 09:36 Uhr)
BERLIN (dpa-AFX) – Bürgerproteste und lange Genehmigungsverfahren können die deutsche Energiewende nach Ansicht von Siemens -Chef Peter Löscher scheitern lassen. Es gebe keine Energiewende gegen die Bürger, ‘aber wer Ökostrom will, darf nicht gegen jeden neuen Strommast Sturm laufen’, sagte Löscher der ‘Bild am Sonntag’. Denn der rasche Ausbau der Stromnetze sei notwendig, ‘um das Ziel in der vorgegebenen Zeit zu schaffen’. Siemens hofft, selbst massiv von der Energiewende zu profitieren. ‘Siemens wird einer der ganz großen Gewinner der Energiewende sein’, hatte Löscher der Nachrichtenagentur dpa Anfang Februar gesagt. Löscher betonte, es gehe ihm bei der Energiewende ‘um Dialog, Beteiligung und breite Akzeptanz’. Es müsse auch die Möglichkeit des Einspruchs bei Eingriffen in die Natur geben. ‘Aber aus Erfahrungen wie bei Stuttgart21 müssen alle lernen. Wenn die Energiewende nicht scheitern soll, brauchen wir deutlich kürzere Genehmigungsverfahren.’ Löscher forderte einen gesellschaftlichen Konsens: ‘Die Energiewende bietet große Chancen für die deutsche Ingenieurskunst und kann zum Musterbeispiel für eine saubere, sichere und bezahlbare Stromversorgung werden. Doch um diese Chancen zu nutzen, muss sich das ganze Land hinter dieses Ziel stellen.’ Die Energiewende könne zum Vorbild für andere Länder werden. Die Energiewende hält der Konzernchef nur mit Hilfe des Baus neuer Gas- und Kohlekraftwerke für machbar. ‘Netzstabilität und Versorgungssicherheit sind entscheidend. Niemand kann von heute auf morgen 20 Gigawatt aus Kernkraftwerken durch erneuerbare Energien ersetzen. Ohne zusätzliche hocheffiziente Gaskraftwerke und saubere Kohlekraftwerke ist eine stabile Stromversorgung so rasch nicht vorstellbar.’ Zur Atomenergie in Deutschland sagte Löscher: ‘In Deutschland hat die Kernkraft über Jahrzehnte einen wichtigen und sicheren Beitrag zur Energieversorgung geleistet. Aber heute gibt es echte Alternativen und einen breiten gesellschaftlichen Konsens für den Ausstieg.’ Mit Fukushima habe das Restrisiko der Kernkraft ein Gesicht bekommen./yyzz/DP/stk
Zurückhaltender Optimismus in Athen nach Schuldenschnitt (10. März 2012, 09:35 Uhr)
ATHEN (dpa-AFX) – Der griechische Schuldenschnitt in Höhe von 105 Milliarden Euro wurde am Samstag vom größten Teil der griechischen Presse positiv, aber nicht bedenkenlos kommentiert. ‘Hoffnungsschimmer nach dem PSI (Schuldenschnitt-Private Sektor Involvement)’, titelte die konservative Athener Zeitung ‘Kathimerini’. Das Blatt hebt die Aussage des griechischen Ministerpräsidenten Lucas Papademos bei einer Ansprache am Vorabend hervor, dass diese wohl die letzte Chance für Griechenland sei, die ‘nicht verpasst werden’ dürfe. Die Zeitung der politischen Mitte ‘Ta Nea’ verglich Ministerpräsident Lucas Papademos mit einem Apostel, dessen Ratschläge die Griechen folgen sollten. ‘Das Lucas Evangelium’, lautete der Tenor. Das Gebot sei ‘Beschleunigung’ der Reformen und ‘Wachstum’. Mit diesem Schuldenschnitt werde der Teufelskreis des ‘Schuldenmachens’ zerschlagen. Um aber erfolgreich aus dieser Krise herauszukommen, müssten Politiker und Bürger umdenken. Die Parteien müssten Konsens, Vernunft und Realismus üben und die Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer wieder den gemeinsamen Nenner suchen, hieß es. Für das Boulevardblatt ‘Ethnos’ ist Griechenland aus diesem Schuldenschnitt gestärkt herausgekommen. Dem Ministerpräsidenten Lucas Papademos wird zugesprochen, das Land ‘in 120 Tagen vom Bankrott zur Rettung’ geführt zu haben. Der Finanzexperte führt seit vergangenen November die Übergangsregierung mit der Unterstützung der beiden großen Parteien, der Sozialisten und der Konservativen. Die kommunistische Zeitung ‘Rizospastis’ dagegen sieht im Schuldenschnitt die weitere ‘Verelendung des Volkes’ durch neue harte Sparmaßnahmen. Auch die linke Zeitung ‘Avgi’ zeigt sich pessimistisch: ‘Rettung mit sieben Prozent Rezession (kann es nicht geben)’, meinte das Blatt. Am Vortag hatte das Statistische Amt bekanntgegeben, dass die griechische Wirtschaft 2011 um den Rekordwert von 6,95 Prozent geschrumpft ist./tt/DP/zb
Lagarde: IWF soll Griechenland mit 28 Milliarden Euro helfen (09. März 2012, 23:04 Uhr)
WASHINGTON (dpa-AFX) – Der Internationale Währungsfonds (IWF) könnte sich mit 28 Milliarden Euro an dem neuen Hilfspaket für Griechenland beteiligen. Diese Summe wolle sie dem Exekutivrat vorschlagen, teilte IWF-Chefin Christine Lagarde am Freitag in Washington mit. Ihrer Ansicht nach solle die Finanzfeuerwehr dem überschuldeten Land über einen ausgedehnten Zeitraum ‘substanzielle finanzielle Unterstützung’ gewähren./mcm/DP/ck

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