Archive for February 5th, 2012

Kein Ergebnis der Unterredungen um Sparprogramm in Athen (05. Februar 2012, 20:11 Uhr)

ATHEN (dpa-AFX) – Die mehrstündigen Unterredungen der griechischen politischen Führung sind am Sonntagabend ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Die Beratungen sollen am Montag fortgesetzt werden. Die Stimmung war nach dem Ende der Sitzung schlecht: ‘Das Land kann sie (die Maßnahmen) nicht ertragen. Ich kämpfe mit jedem Mittel um sie abzuwenden’, sagte der Präsident der konservativen Partei Nea Dimokratia (ND) nach der einer fast vierstündigen Sitzung mit dem griechischen Regierungschef Lucas Papademos im Fernsehen. ‘Es wird eine neue Sitzung morgen geben’, erklärte auch Giorgos Karatzaferis, der Präsident der kleinen rechtsgerichteten Partei (LAOS), die die Regierung unter dem Finanzexperten Papademos unterstützt. Er warnte vor einer ‘Verelendung’ der Griechen und einer ‘Revolution’ in der Gesellschaft. Griechische Medien erwarteten später am Abend eine Erklärung des Büros des Ministerpräsidenten. Im Mittepunkt der Gespräche standen die von den internationalen Geldgebern Griechenlands geforderten zusätzlichen Sparanstrengungen. Papademos, selbst parteilos, war nach Angaben des staatlichen Fernsehens zuvor erneut mit Vertretern der ‘Troika’ von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) zusammengetroffen. Die Verhandlungen ziehen sich bereits seit Tagen hin.KNACKPUNKT LOHNKÜRZUNGEN IM PRIVATEN SEKTOR Knackpunkt in den Gesprächen mit den Chefs der Sozialisten, Konservativen und der LAOS-Partei dürften die von der Troika verlangten Lohnkürzungen auch im privaten Sektor sein, die bis zu 25 Prozent weniger Einkommen für die Arbeitnehmer bedeuten könnten. Papademos braucht innenpolitische Unterstützung für eine Einigung – andererseits droht die Staatspleite, wenn die Troika einem weiteren Rettungspaket im Volumen von mindestens 130 Milliarden Euro für Athen nicht zustimmt. Bekommt Athen das Geld nicht, ist Griechenland im März pleite./tt/DP/he

dpa-AFX Überblick: UNTERNEHMEN – Die wichtigsten Meldungen vom Wochenende (05. Februar 2012, 20:35 Uhr)

Drogerie-Unternehmer Müller mischt bei Douglas-Poker mit HAGEN/ULM – Der Drogerie-Unternehmer Erwin Müller steuert beim Handelskonzern Douglas Holding auf eine Sperrminorität zu und könnte so mögliche Übernahmepläne der Gründerfamilie Kreke durchkreuzen. Wie das Unternehmen am Freitagabend mitteilte, hält Müller zwar weiterhin 10,81 Prozent der Douglas-Anteile. Er ist aber auch Stillhalter von sogenannten Verkaufsoptionen. Dadurch könnten ihm in nächster Zeit weitere 15 Prozent der Douglas-Aktien angedient werden.Nach gescheiterter Fusion: Kritik an deutscher Börse wird lauter FRANKFURT – Nach der geplatzten Fusion mit der New Yorker Börse wird die Kritik an der Führung der Deutschen Börse um Vorstandschef Reto Francioni immer lauter. ‘Hier sind ganz klar Managementfehler passiert, dafür müssen hoch bezahlte Vorstände die Verantwortung übernehmen’, sagte Betriebsrat und Aufsichtsratsmitglied Johannes Witt der Deutschen Presse-Agentur. ‘Vorstand und Aufsichtsrat dürfen jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.’ Auch die Fondsgesellschaft DWS kritisierte das Management scharf.’Die Würfel sind gefallen’ – Hapag-Lloyd bleibt hanseatisch HAMBURG – Der hannoversche Tourismuskonzern Tui kann sich wie gewünscht von seinen Anteilen an der Container-Reederei Hapag-Lloyd trennen: Das Hamburger Konsortium Albert Ballin steht für die Übernahme des Tui-Pakets bereit. ‘Der Prozess ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber die Würfel sind gefallen’, sagte der Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne der Tageszeitung ‘Die Welt’ (Samstag). Er hält bereits über das Konsortium 24,6 Prozent an Hapag-Lloyd, die Stadt Hamburg 23,6 Prozent.’Spiegel’: Pläne zur VW-Übernahme durch Porsche früher bekannt HANNOVER – Die niedersächsische Staatskanzlei könnte nach Informationen des ‘Spiegel’ früher als bisher angenommen von den später gescheiterten Plänen Porsches zur Übernahme von Volkswagen gewusst haben. Der damalige Chef der Wirtschaftsabteilung der Staatskanzlei, Mathias Middelberg, habe Ministerpräsident Christian Wulff im Februar 2008 mitgeteilt, dass Porsche die Übernahme von bis zu 80 Prozent der VW-Anteile anstrebe, berichtet das Magazin.’Spiegel’: Neuer RWE-Chef plant verschärften Sparkurs HAMBURG/ESSEN – Der künftige RWE-Chef Peter Terium stimmt die Beschäftigten einem Bericht zufolge auf einen radikalen Sparkurs ein. Der Essener Energiekonzern solle in den Jahren 2013 und 2014 über die bereits beschlossenen Kürzungen von rund 1,5 Milliarden Euro hinaus einen Betrag von mindestens einer weiteren Milliarde Euro einsparen, berichtet der ‘Spiegel’. Eine RWE-Sprecherin bestätigte der dpa am Sonntag, dass die genannte Milliarde eine ‘Plangröße’ sei. Man verhandele darüber zurzeit mit den Betriebsräten. Wie viele Stellen insgesamt wegfallen würden, könne man in diesem Stadium noch nicht absehen.Daimler erwägt Ausbau der Transporter-Kooperation STUTTGART/HANNOVER – Daimler erwägt einen Ausbau der Kooperation mit anderem Autobauern bei der Transporterproduktion. ‘Wir wollen mit VW in diesem Jahr entscheiden, ob wir unsere Kooperation bei den großen Transportern fortsetzen’, sagte Daimler-Transporterchef Volker Mornhinweg der Fachzeitung ‘Automobilwoche’. Als eine mögliche Option bezeichnete er die Einbeziehung von Renault .Siemens-Vorstand rechnet mit besseren Zahlen in Energiesparte MÜNCHEN – Siemens rechnet nach einem schwachen Start ins Geschäftsjahr mit besseren Zahlen in seiner Energiesparte in den nächsten Monaten. ‘Unsere Auftragsbücher sind mit einem Bestand von 60 Milliarden Euro sehr gut gefüllt. Beim Umsatz rechnen wir mit einem leichten Plus’, sagte Energie-Vorstand Michael Süß der Zeitung ‘Euro am Sonntag’. Auch die Konzernvorgabe für die operative Gewinnmarge von 10 bis 15 Prozent werde erfüllt. ‘Im ersten Quartal lagen wir bei 7,8 Prozent. Wir sind zuversichtlich, dass wir 2012 im Margenband landen werden’, sagte Süß.Gewerkschaft ruft NSN-Mitarbeiter zum Widerstand auf MÜNCHEN – Die Gewerkschaft IG Metall hat die von der Entlassung bedrohten Beschäftigten des Netzwerkausrüsters Nokia Siemens Networks (NSN) aufgerufen, für ihre Rechte zu kämpfen. ‘Wenn es uns gelingt, 2000 bis 3000 Mitarbeiter zu mobilisieren, bin ich auch bereit, Arbeitskampf für einen Sozialtarifvertrag zu machen’, sagte der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler am Freitag in München. Über die geplante Schließung der Münchner NSN-Zentrale mit 3.600 Mitarbeitern sei noch nicht das letzte Wort gesprochen.Eon unterstreicht Überstützung für Desertec-Wüstenstromprojekt DÜSSELDORF – Der Energiekonzern EON hat seine Unterstützung für das Wüstenstromprojekt Desertec unterstrichen. Ein Konzernsprecher wies am Samstag einen Bericht des Magazins ‘Wirtschaftswoche’ zurück, wonach Eon einen Ausstieg aus dem Projekt erwäge. ‘Das entbehrt jeder Grundlage’, sagte Sprecher Christian Drepper der Nachrichtenagentur dpa in Düsseldorf. ‘Wir unterstützen das Projekt nachhaltig.’ Es sei sogar ein Mitarbeiter dafür abgestellt worden, der sich in Vollzeit darum kümmere. Das Magazin hatte sich auf die Aussagen eines namentlich nicht genannten Eon-Managers berufen.Streik droht Luftverkehr in Frankreich lahmzulegen PARIS – Ein Streik droht in der kommenden Woche große Teile des französischen Luftverkehrs lahmzulegen. Mehrere Gewerkschaften bestätigten am Freitag einen Aufruf zu Arbeitsniederlegungen. Die Aktionen sollen in der Nacht zu Montag beginnen und mindestens bis Donnerstagabend andauern. Neben dem Bodenpersonal sind auch Piloten und Flugbegleiter zur Teilnahme aufgerufen.Handel mit Schlussverkauf zufrieden – Frost zur rechten Zeit BERLIN – Rechtzeitig zum Winterschlussverkauf (WSV) treibt die Eiseskälte die Bundesbürger in die Geschäfte. Der Handel zeigt sich zur Halbzeit zufrieden mit der konzertierten Rabattaktion. ‘Mit dem Frost fangen viele erst an, sich warm einzukleiden’, sagte Kai Falk, der Geschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, der Nachrichtenagentur dpa. ‘Davon hat die erste WSV-Woche stark profitiert.’/he

ROUNDUP/’Spiegel: IG Metall will 6,5 Prozent mehr Lohn (05. Februar 2012, 17:56 Uhr)

HAMBURG (dpa-AFX) – Nach ähnlichen Empfehlungen in mehreren Bezirken will einem Pressebericht zufolge der IG-Metall-Vorstand bundesweit in der Metall- und Elektroindustrie 6,5 Prozent mehr Lohn durchsetzen. Dies sei ein Wert, der den Erwartungen in den sieben IG-Metall-Bezirken entgegenkomme, heißt es im Vorstand laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins ‘Der Spiegel’. Der Vorstand will die Empfehlung für die anstehende Tarifrunde am Dienstag beschließen. Die Verhandlungen zur Lohnrunde 2012 beginnen Mitte März. Die Arbeitgeber hatten die Forderung bereits abgelehnt. Sie wollen auch eine möglichst lange Laufzeit bis mindestens Herbst nächsten Jahres. Führende Gewerkschaftsfunktionäre hingegen dringen auf eine kürzere Laufzeit – unter anderem um Terminkollisionen mit Vorstandswahlen bei der Metall-Gewerkschaft zu vermeiden, heißt es in dem Bericht. Außer der Lohnerhöhung für die 3,6 Millionen Beschäftigten will die Gewerkschaft die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden sowie weitere Tarifregelungen bei Zeitarbeit und Werkverträgen erreichen. Auch dies lehnt die Arbeitgeberseite ab. Laut einem Bericht des ‘Handelsblatts’ schließt die IG Metall eine Tarifeinigung aus, falls sich die Arbeitgeber nicht auf neue Regeln zur Eindämmung der Zeitarbeit und zur Übernahme von Auszubildenden einlassen. ‘Wir können gar nicht zulassen, dass wir am Ende der Tarifrunde über die Ziellinie gehen, ohne in allen Punkten etwas erreicht zu haben’, sagte der einflussreiche Chef des IG-Metall-Bezirks Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard, der Zeitung. Die IG Metall will laut ‘Handelsblatt’ in der Tarifrunde 2012 zusätzlich zur Lohnerhöhung durchsetzen, dass Betriebsräte per Tarifvertrag ein Vetorecht gegen den Einsatz von Zeitarbeitern in ihrem Unternehmen erhalten. Zudem fordert sie für Lehrlinge einen tarifvertraglich verankerten Anspruch auf einen unbefristeten Arbeitsplatz nach der Ausbildung. Besonders die beiden Zusatzforderungen stoßen bei den Arbeitgebern auf Widerstand./lin/DP/he

Pressestimme: ‘General-Anzeiger’ zu Sicherheitskonferenz (05. Februar 2012, 18:06 Uhr)

BONN (dpa-AFX) – ‘General-Anzeiger’ zu Sicherheitskonferenz: ‘Die NATO funktioniert weiter, auch, weil sie sich verändert hat. Mit ihrer Ausdehnung nach Mittel- und Osteuropa hat sie ihre Einflusssphäre vergrößert. Dabei ist militärische Stärke nicht alles, wie Afghanistan zeigt. Es braucht vor allem politischen Willen und Stehvermögen. Eine Lektion für die nächsten Einsätze, die unweigerlich kommen werden.’/DP/he

Lekker Energie plant flexiblen Stromtarif für Privatkunden (05. Februar 2012, 20:04 Uhr)

BERLIN (dpa-AFX) – Der Strom- und Gasanbieter Lekker Energie plant einen Tarif, der Privatkunden erstmals den Einkauf an der Strombörse ermöglicht. Sie könnten dann dort Strom zu günstigen Zeiten erwerben, sagte Geschäftsführer Thomas Mecke der ‘Berliner Zeitung’ (Montag). Die Details des künftigen Angebots stünden noch nicht fest. Bislang werden solche Tarife nur Industriekunden angeboten. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin habe im vorigen Jahr 85.000 Kunden hinzugewonnen, zu Jahresanfang seien es 385.000 gewesen, sagte Mecke. 90 Prozent von ihnen bezögen Strom, die übrigen Gas. ‘Allein in Berlin haben wir deutlich über 100.000 Kunden und sind die klare Nummer zwei hinter Vattenfall’, so der Geschäftsführer. Die Lekker Energie GmbH gehört seit März 2010 zur westfälischen Enervie-Gruppe. Vorher war das Unternehmen Teil des niederländischen Nuon-Konzerns. Lekker Energie hat nach Angaben Meckes 2011 ‘planmäßig’ Verluste geschrieben. Die Gewinnzone wolle man 2013 erreichen./brd/DP/he

ots.CorporateNews: BERLINER MORGENPOST / BERLINER MORGENPOST: Jetzt muss erst mal … (05. Februar 2012, 20:11 Uhr)

BERLINER MORGENPOST: Jetzt muss erst mal Griechenland liefern -Leitartikel Berlin (ots) – Wie verzweifelt die Lage in Athen ist, lässt sich an der Absurdität mancher Lösungsvorschläge ablesen. Der Europapolitiker Jorgo Chatzimarkakis (FDP) meint, Griechenland solle künftig überall auf der Welt nur noch Hellas heißen. Ein neuer Name -und schon ist das alte Schuldenproblem vergessen. So stellt sich das der Liberale offenbar vor. Dieser Vorschlag weist in etwa das Niveau einer Idee von EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) auf, der in Brüssel schon mal die griechische Flagge auf halbmast setzen wollte, wenn nicht ordentlich gespart werde. Etwas seriöser, aber im Kern auch nicht wirklich hilfreicher, kommt ein Plan daher, der in Berlin die Runde machte: Die hiesige Förderpraxis für erneuerbare Energien soll für griechische Unternehmen geöffnet werden. Die deutschen Verbraucher sollen also über ihre Stromrechnung die Solaranlagen in Griechenland unterstützen. Wenn die allerdings trotz aller Standortvorteile (Sonne) nicht konkurrenzfähig sind, macht das vor allem eines deutlich: Subventionen werden der griechischen Wirtschaftnicht zu Wettbewerbsstärke verhelfen. Zum Glück wurde am Wochenende auch ernsthaft an der Lösung des griechischen Problems gearbeitet. Das Land muss von der erdrückenden Schuldenlast befreit werden. Dazu laufen Verhandlungen zwischen privaten Gläubigern und Regierung. Sie sind offenbar weit gediehen. Eine Hürde gibt es allerdings: Neben denBanken müssten eigentlich auch die Staaten auf Forderungen verzichten. Das trifft zwar die Steuerzahler, die werden aber ohnehinzur Kasse gebeten. So wird es nur früher transparent. Ein Schritt zurEhrlichkeit in den europäischen Staaten, die die Rettung finanzieren.Den braucht es auch in Griechenland: Möchte das Land Teil der Euro-Zone bleiben, wird das extrem schmerzhaft für die Griechen. Da sie ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht durch eine Währungsabwertung steigern können, müssen andere Hebel genutzt werden. Es bedarf tiefgreifender Reformen, unter anderem auf dem Arbeitsmarkt. Darüber verhandeln Europäer und Internationaler Währungsfonds mit der AthenerRegierung. In den vergangenen zwei Jahren hatte man Griechenland vor allem einem Spardiktat unterworfen – ohne Erfolg. Das Land ist in einer Abwärtsspirale aus Rezession und Ausgabenkürzungen gefangen. Esist deshalb richtig, wenn nun der Fokus von Sparmaßnahmen hin zu Strukturreformen verschoben wird. Einfacher werden diese Reformen nicht. Und ihren Erfolg wird man erst in einigen Jahren spüren. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Haben die griechischen Politiker die Bereitschaft, die Reformen durchzuziehen? Bei allem Unvermögen – ob überbordende Bürokratie oder fehlende Steuerverwaltung – kann man ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Fehlender Wille jedoch lässt sich nicht ersetzen. Momentan hat es nicht den Anschein, dass die griechischen Politiker – egal welcher Partei – bereit sind, den Bürgern die bittere Wahrheit zuzumuten. Es herrscht schon wieder Wahlkampf. Damit stellt sich die Frage der Regierbarkeit des Landes. Sie muss beantwortet werden, bevor weiteres Geld überwiesen wird.Originaltext: BERLINER MORGENPOSTDigitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/53614Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_53614.rss2Pressekontakt:BERLINER MORGENPOSTChef vom Dienst Telefon: 030/2591-73650bmcvd@axelspringer.de

ROUNDUP: Bundesregierung lehnt Strom-Subventionen für Griechenland ab (05. Februar 2012, 17:05 Uhr)

HAMBURG/BERLIN (dpa-AFX) – Aus einem EU-Plan, dass deutsche Stromkunden die Solarbranche in Griechenland subventionieren, dürfte vorerst nichts werden. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums sagte am Sonntag in Berlin, die Regierung lehne ‘eine Ausweitung der EEG-Förderung für erneuerbaren Strom, der im Ausland produziert wird’, ab. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sprach sich für Sonnenstrom aus Südeuropa aus. Der ‘Spiegel’ hatte berichtet, die EU wolle die in Deutschland geltende gesetzliche Förderung erneuerbarer Energien auch für griechische Unternehmen öffnen, die Strom ins europäische Elektrizitätsnetz leiten. Auf diese Weise könnte die Wirtschaft des hochverschuldeten, aber sonnigen Landes angekurbelt werden – über Anreize für Investitionen in griechische Solarparks oder Windkraftanlagen. Zusätzlich solle es für Ökostrom-Investitionen in Griechenland Hilfen der bundeseigenen Staatsbank KfW geben. Eine Sprecherin des Bundesumweltministerium erklärte, Deutschland habe zugesagt, Griechenland beim Ausbau der erneuerbaren Energien zu unterstützen. Dabei gehe es aber in erster Linie darum, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Stromexporte könnten jedoch nicht gefördert werden. In Deutschland wird die Förderung von Solar- und Windstrom über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Für jede Kilowattstunde Ökostrom, die ins Netz eingespeist wird, erhalten die Produzenten einen festgelegten Betrag, der über dem Marktpreis liegt. Die Mehrkosten tragen letztlich die Verbraucher über ihre Stromrechnung. SPD-Parteichef Sigmar Gabriel forderte, die südeuropäischen Staaten sollten ganz Europa mit Solarenergie beliefern.’Es ist schlauer, dort in die Sonnenenergie zu investieren, wo die Sonne auch wirklich scheint’, sagte Gabriel dem ‘Hamburger Abendblatt’ (Montag). Griechenland brauche Wachstum, und man habe in Deutschland allein mit erneuerbaren Energien 350.000 Jobs geschaffen. Die griechische Regierung hatte schon im Herbst 2011 mit dem Projekt ‘Helios’ für den Ausbau der Solarbranche um Investoren geworben. Fünf Prozent der benötigten Investitionen in Höhe von 20 Milliarden Euro wollte die deutsche Solarbranche beisteuern, berichtet der ‘Spiegel’. Bisher setze das Land bei der Energieerzeugung auf umweltschädliche Braunkohle und Schwerölkraftwerke, die erneuerbaren Energien würden hingegen wenig genutzt./mi/DP/he

Leipziger Motorradmesse: Ausstellerrekord und Besucherminus (05. Februar 2012, 17:46 Uhr)

LEIPZIG (dpa-AFX) – Die Motorrademesse in Leipzig ist am Sonntag mit einem Besucherminus zu Ende gegangen. Gezählt wurden 49.000 Gäste, fünf Prozent weniger als im Vorjahr, wie der Veranstalter am Sonntag in Leipzig mitteilte. Eine Rekordzahl von 268 Aussteller hatte seit Donnerstag die neusten Zweiradmodelle sowie Urlaubsideen für Biker vorgestellt. Für den Besucherrückgang machte ein Sprecher vor allem die Kälte verantwortlich. ‘Vor allem am Freitag sind viele Biker aus Westdeutschland und Berlin nicht angereist, weil sie nicht bei Glatteis und Schnee steckenbleiben wollten’, sagte er. So nutzten auch nur etwa ein Dutzend wetterfeste Biker die kostenlosen Motorradparkplätze an der Leipziger Messe. Auf der Messe wurden den Besuchern neben Motorrädern, Rollern und Quads auch Zubehör, Bekleidung und Fachliteratur angeboten. Außerdem gab es Sonderschauen wie ’90 Jahre MZ’ und ‘Rennsport in Sachsen’. Als besondere Publikumsmagneten erwiesen sich die Neuheiten auf dem Markt der großen Sportmaschinen sowie die Stuntshow ‘Monster-Trial’, die erstmals in Deutschland zu sehen war, hieß es in der Mitteilung./hnl/DP/he

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